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Gedanken zum Gespräch mit dem Lebensmittelhandel im Kanzleramt

Das Lesen von Nachrichten macht mich im Moment nicht glücklicher. Sicher sind die grossen Themen der Welt akuter und gewichtiger als die Themen der Landwirtschaft, dennoch ist es wichtig, auch darüber nachzudenken.

Am 3.2. fand im Kanzleramt ein Treffen der Kanzlerin, Frau Klöckner und Herrn Altmeier mit Vertretern des Lebensmittelhandels statt. Das veröffentlichte Dokument und das Eingangsstatement von Frau Klöckner ist in der Sache nicht falsch, bringt Fakten, die man ohnehin kennt und die immer wieder verwendet werden, wie „ Der Handel steht im Wettbewerb. Dieser darf aber nicht einseitig auf dem Rücken unserer Bauern ausgetragen werden. Nahrungsmittel für wenige Cent anpreisen und gleichzeitig immer höhere Standards einfordern, das kann nicht zusammengehen… Es fehlt an Wertschätzung… Die Supermarktketten haben hier eine ethisch moralische Verantwortung. Wenn wir weiter regionale Erzeugung, mehr Tier- und Umweltschutz wollen, müssen Preise fair sein. Bezahlbar für jeden Geldbeutel - auskömmlich für unsere Landwirte“.

Stimmt ja und was jetzt? Es gibt einen 5 Punkteplan der die Umsetzung einer längst beschlossenen Richtlinie, eine „graue Liste“ für Handelspraktiken, eine Meldestelle für Dumpingpreise und weitere Arbeitstreffen vorsieht. Genau - vorsieht. Sonst nichts.

Mit der am 30.1. vom Koalitionsausschuss beschlossenen Bauernmilliarde ist es genauso. Frau Klöckner schreibt dazu:

"Uns ist wichtig, die Landwirtschaft zukunftsfähig aufzustellen. Und wer Erwartungen an die Branche formuliert, die im Allgemeininteresse liegen, der muss unseren Bauern auch helfen, diese zu erfüllen. Dazu gehört auch finanzielle Unterstützung, das haben wir immer deutlich gemacht. Denn die Umsetzung neuer Anforderungen verursacht Kosten – hiermit dürfen wir die Landwirte nicht alleine lassen... Es ist eine wichtige und notwendige Hilfe, auch ein klares Zeichen der großen Wertschätzung. Durch entsprechend ausgestaltete Programme wollen wir sicherstellen, dass das zusätzliche Geld so einfach und pragmatisch wie möglich dort vor Ort ankommt, wo es benötigt wird." (Hier zur Pressemitteilung)

Wann und wie die entsprechend ausgestalteten Programme kommen, konnte ich nicht finden.

Ich habe den Eindruck, dass der politische Aktionismus besonders darauf ausgerichtet ist, die Bauern zu beruhigen und zu verhindern, dass weiter protestiert wird. Sonst hätte man auch nicht den Begriff „Bauernmilliarde“ gewählt. Eine Milliarde ist für die meisten Menschen eine unvorstellbar grosse Summe Geld und genau so viel sollen jetzt die Landwirte bekommen. Es fehlt leider das „wie und wann und für was.“. Und der Begriff „Bauernmilliarde“ ist nicht von der Presse, den Bauern oder irgendwem geprägt worden, er ist von Frau Klöckner selbst in ihrem Statement benutzt worden.

Ein bisschen erbärmlich ist das alles schon. Angekündigte Aktionen und Appelle ohne konkret zu werden und Geldaussichten ohne klaren Weg, wie es eingesetzt und verteilt wird.

Die Gewitterwolken und der Unmut der Bauern soll sich damit verziehen. Vielleicht will man ja gar nicht mehr.

Und was machen wir?

Wir machen uns keine Illusionen. Auch von der Bauernmilliarde werden wir nichts bekommen.

Also arbeiten wir weiter im Einklang mit der Natur und unseren Tieren und in immer engerem und direktem Kontakt mit unseren Kunden. Und nur so und nur darin sehen wir die Zukunft für die Landwirtschaft.

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